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Frank-Walter Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier
12.12.2011

Der schwierige Weg zum Frieden

Regierungen, Institutionen und Menschenrechtsorganisationen beherrschen die Schlagzeilen, wenn es um die neu entflammten Konflikte im Nahen Osten geht. Allzu schnell wird außer Betracht gelassen, dass die Leidtragenden all die Menschen sind, die sich eine friedliche Heimat und echte Zukunftsperspektiven wünschen: Mütter und Kinder, Großmütter und Großväter, Jugendliche und Eltern, einfache Bauern und ambitionierte Berufsleute. Doch Einzelschicksale finden in lauten Medien wenig Raum.

Auf Einladung des Kulturvereins Brandenburg an der Havel berichtete der ARD-Fernsehjournalist und Buchautor Werner Sonne am Freitag von solch einem Einzelschicksal, das er in seinem Buch "Wenn ich dich vergesse, Jerusalem" beschreibt. Werner Sonne will sich auf keine Seite schlagen, nicht Stellung beziehen, sondern das menschliche Antlitz dieses historischen Dramas zeigen - seine vielen Gesichter. Als "historisches Drama" bezeichnet der Autor zwei große Massaker im Kampf um Jerusalem: den Überfall auf das arabische Dorf Deir Jassin vor den Toren der Stadt und den Überfall auf Ärzte und Krankenschwestern des Hadassah-Krankenhauses in den späten Vierzigerjahren, rund um die Gründung des Staates Israel.

In diesem Kontext erzählt er eine eindrückliche und berührende Geschichte: Im Februar 1947 kommt Judith, die das KZ Dachau überlebt hat, nach Palästina, um ihren Onkel aufzusuchen; in Deutschland hat sie keine Verwandten mehr. Als sie vom Tod ihres Onkels erfährt, versucht sie sich das Leben zu nehmen. Im Krankenhaus erhält sie eine Bluttransfusion von der jungen arabischen Lernschwester Hana, mit der sie sich anfreundet. Hana ist ihrem Nachbarn Joussef versprochen. Doch sie möchte ihre Ausbildung am Hadassah-Krankenhaus abschließen und verliebt sich zudem in einen jüdischen Arzt. Joussef, zutiefst in seiner Ehre verletzt, schließt sich den Männern des Muftis an, deren Ziel es ist, die Juden ins Meer zu treiben. Die politische Lage spitzt sich zu. Als die UNO den Teilungsplan annimmt, explodiert die Gewalt, und die Freundschaft zwischen Judith und Hana wird auf eine harte Probe gestellt.

Die anschließende Podiumsdiskussion befasste sich mit der unendlich komplexen Situation vor Ort. Der ehemalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Werner Sonne und Harald Kindermann, deutscher Botschafter in Israel von 2006 bis 2011, diskutierten mit den 350 Zuhörern die aktuelle Politik. Sachlich und kompetent erläuterten die drei Nahost-Experten zwei Stunden lang die Situation der Israelis und der Palästinenser.

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