In der Presse: Ein Hochamt des Kabaretts - Zwei Stunden bitterböse Politik
Märkische Allgemeine, 09.01.2012
Es ist wie im Osten: Beziehungen
schaden dem, der keine hat. Und weil Frank-Walter Steinmeier und der
Kulturverein Brandenburg Beziehungen spielen ließen, konnten sich 500 Gäste
Sonntag im Audimax der Fachhochschule auf und über einen gelungenen, bitterbösen
Abend freuen. Dieter Hildebrandt (84), der große Alte aus dem Westen, und sein
Freund, der nicht weniger Große, aber nicht so alte Peter Ensikat (70) aus dem
Osten, waren nach Brandenburg gekommen. Zwei Stunden lang wollten sie über Gott
und die Welt plaudern. Wobei sich Gott schnell als ein gefallener Engel namens
Wulff entpuppte, der immer mal wieder durchs Programm flatterte.
Die Unterschiede zwischen den
Künstlern könnten größer kaum sein. Hildebrandt, um eine Jugendweihegeneration
älter als Ensikat, gibt an diesem Abend den jungen Draufgänger. Während
Hildebrandt den Haudrauf mimt, ist Ensikat ruhig. Doch es ist nur der Ton,
nicht die Aussage. Während Hildebrandt den Säbel schwingt, trifft bei Ensikat
das Florett.
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